Der Gohrisch ist ein 440 m hoher Tafelberg unweit des Kurort Gohrisch in der Sächsischen Schweiz. Tafelberge werden in der Sächsischen Schweiz auch Steine genannt, weshalb man hier oft auch vom Gohrischstein spricht. Der Gohrisch ist, wie die meisten Steine, linkselbisch gelegen und wurde im Jahr 1696 erstmals urkundlich erwähnt. Ein erster Weg mit Stufen führt seit 1886 auf den Gipfel, auf dem auch eine Schutzhütte errichtet wurde. Besondere Verdienste erwarb sich Oberförster Emil Grünewald aus Cunnersdorf, der Erschließer des Gohrisch. Wer den Gohrisch besteigt, der findet noch vor dem Aufstig durch die Falkenschlucht eine Bank, die dem Erschließers gewidment ist und anlässlich seines 100. Todestages im Jahre 1992 aufgestellt wurde. Im Gegensatz zu anderen Steinen, wie zum Beispiel dem Papststein oder dem Pfaffenstein, gibt es auf dem Gohrisch keine Berggaststätte. Das Plateau des Gohrisch ist zerklüftet und es bedarf einiges an Auf und Ab, um sich darauf zu bewegen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten des Aufstiegs zum Gohrisch. Aber den Berg besteigen sollte man auf jeden Fall, es lohnt sich. Nicht umsonst führt auch der Malerweg über den Gohrisch, das zeugt zumindest von der Qualität der Aussicht.

Aufstieg auf den Gohrisch

Alle Wege führen nach Rom, so ein gängiger Spruch, auf den Gohrisch führen "nur" drei ;). Hier hat der Wanderer die Wahl zwischen "einfach" und "schwer". Wobei "schwer" ein relativer Begriff ist. Zwei der Aufstiege führen über die Südseite, einer über die Nordseite des Gohrisch. Welcher letztlich gewählt wird ist eigentlich egal, alle haben ihren Reiz und ihre Sehenswürdigkeiten. Beliebt ist vor allem der Südseiten-Aufstieg. Zumeist sind der Kurort Gohrisch (Markierung: "gelber Punkt" über den Stillen Grund) bzw. der Parkplatz am Gohrisch Ausgangspunkte der Wanderung.

Der Austieg über die Südseite führt zuerst über einen Weg am Fuß des Steines, gleichzeitig Teil des 1997/98 von Schüler der Mittelschule Papstdorf anlegten Bodenlehrpfades Sächsische Schweiz. Auf Informationstafeln erfährt der interessierte Wanderer hier viel Interessantes Wissenswertes über Wald und Boden. Am Aufstieg zum Gohrisch verlassen wir den Weg und steigen über Treppen nach oben. Unterhalb der Felsen muss man sich dann entscheiden, welchen der beiden möglichen Aufstiegswege man nutzen möchte. Rechterhand der leichte Aufstieg, links geht es zum Aufstieg Falkenschlucht, die etwas schwerer ist und Trittsicherheit erfordert. Die meisten Wanderer wählen diesen Aufstieg, ist er doch nicht wirklich "schwer".

Vorbei an der steinernen Grünewald-Bank geht es zum Einstieg in die Falkenschlucht. Nicht wundern, wenn Ihr hier auf Kletterer stoßt. So ist zum Beispiel der "Zwerg" genannte Felsen bei Kletterfreunden beliebt. Unser Aufstieg durch die Falkenschlucht führt über Stufen, Leitern und Metallbrücken hoch auf das Gohrisch-Plateau. Vor allem Kinder sind vom Aufstieg begeistert, wenn sie oben angekommen sind. Für Menschen mit Klaustrophobie dürfte die Falkenschlucht aber eine Herausforderung darstellen. Es ist teilweise recht eng und im Schummerlicht eine Leiter hinauf zu klettern muss man hier auch. Aber keine Angst, wenn ich das geschafft habe, dann sollte der Aufstieg durch die Falkenschlucht für jeden gesunden Menschen mit normaler Konditionierung auch möglich sein.

Letztlich führen beide Aufstiege zum Ziel, wobei der leichtere Weg nicht ganz so anstrengend, dafür aber auch weniger abenteuerlich und reizvoll ist. Auf dem Plateau angekommen wendet man sich am besten zuerst nach links in Richtung Wetterfahne und Aussichtspunkt auf der Nordwest-Seite. Da das Plateau recht zerklüftet ist führt der Weg auf und ab, bis man schließlich die wundervolle Aussicht genießen kann.

Die Wetterfahne auf dem Gohrisch

Auf der Nordwest-Seite des Gohrisch tront die 1985 errichtete, sehr schön gestaltete Wetterfahne mit dem Gipfelgruß „Berg Heil“. Sie ist nicht die erste Wetterfahne hier an diesem Platz, vor ihr gab es schon einige andere Exemplare. Die Wetterfahne ist weithin sichtbar und markant.

Aussichtspunkte auf dem Gohrisch

Auf dem Gohrischstein gibt es mehrere Aussichtspunkte, von denen aus man mit guter Sicht auf fast alle Berge und Steine der Sächsischen Schweiz bis hinein belohnt wird. Der Aussichtspunkt an der Nordwest-Seite, an der auch die Wetterfahne zu finden ist, bietet unter anderem Aussichten auf den Pfaffenstein mit der Barbarine, den zu Füssen des Steines liegenden Kurort Gohrisch, auf die Festung Königstein, den Lilienstein, die Bastei, das Elbtal, das Brandgebiet und den Ungerberg mit seinem Aussichtsturm. Nehmt Euch Zeit, das Panorama zu genießen! Dann geht der Weg zurück, um auf die Ostseite des Gohrischsteins mit der Schutzhütte und der Schwedenhöhle zu gelangen.

Hier an der Schutzhütte ist ein weiterer Ort, von dem aus man vor allem einen schönen Panoramablick auf die Bergwelt der hinteren Sächsischen Schweiz und die in Tschechien liegenden Berge der Böhmischen Schweiz hat. Zum greifen nahe ist der Papststein mit seinem Turm und den Aussichtspunkten. Bei guter Fernsicht ist unter anderem auch der Weifbergturm bei Hinterhermsdorf und der Tanzplanturm bei Sebnitz zu sehen.

Die Schwedenhöhle auf dem Gohrisch

Links neben dem Zugang zum Aussichtspunkt auf der Ostseite führt ein kleiner Weg, über Treppen und Leitern, hinunter zur "Schwedenhöhle". Der Weg ist mit "schwierig" ausgeschildert, dem ich nicht widersprechen möchte. Die "Schwedenhöhle" ist eine kleine Klufthöhle, deren Name eng mit der Geschichte dieser Region Sachsens verbunden ist. Im Dreißigjährigen Krieg, vor allem im Jahr 1639, wurde Berg und Höhle Zuflucht für die Bewohner der Gegend, die sich hier oben auf dem schwer zugänglichen Berg vor den Schweden verbargen. Wer mehr über diese schwere Zeit erfahren möchte, dem empfehle ich als Lektüre das Buch "Geschichte und Beschreibung des Churfürstlichen Amts Hohnstein mit Lohmen, insbesondere der unter dieses Amt gehörigen Stadt Sebniz von Wilhelm Lebrecht Götzinger, Vierzehnter Absatz: Kriegsunruhen, Seite 285 ff. - nachzulesen hier. Auch in späteren Kriegszeiten suchte und fand man hier oben auf dem Gohrisch Schutz.

Die Schutzhütte auf dem Gohrisch

1888 wurde die erste Schutzhütte auf dem Gohrisch erbaut. Diese verfiel und an ihrer Stelle wurde eine neue Schutzhütte errichtet. Ebenfalls interessant ist eine Panoramatafel, auf der Ihr die Berge gezeigt und benannt bekommt, die von dort aus zu sehen sind. Praktisch vor allem für Touristen, die sich doch nicht so recht in der Bergwelt der Sächsischen Schweiz auskennen.

Abstieg/Aufstieg Ostseite

rechts neben der Schutzhütte führt der Weg wieder vom Gohrisch hinunter. Wer den Ostseiten-Weg als Aufstieg nutzt kommt hier herauf. Der Weg führt über Treppen und Leitern wieder auf den Bodenlehrpfad am Fuss des Steines. Unten angekommen wendet Euch nach links in Richtung Parkplatz am Gohrisch. Auf dem Weg dorthin gibt es aber noch einige Dinge zu entdecken. Da wäre zum ersten, links des Weges, ein mit einer Informationstafel versehener aufgelassener Basaltbruch, ein Flächen-Naturdenkmal. Hier wurde einst Basalt abgebaut.

Unweit des Parkplatzes ist noch das Mundloch des Specksteinstollen zu sehen. Der Stollen ist nicht mehr zugänglich. Nur Fledermäuse haben noch Zutritt zu ihrem geschützten Winterquartier. Keine hundert Meter weiter den Berg hinunter befindet sich der Parkplatz.

Bilder Wanderung Gohrischstein

Weitere Bilder von der Wanderung auf den Gohrisch findet Ihr in der Bildergalerie.

Hotels in Gohrisch

Gohrisch ist nicht nur wegen der Steine ein beliebter Urlaubs-und Ferienort in der Sächsischen Schweiz. Neben den vielfältigen Möglichkeiten, die Umgebung zu bewandern, ist der Ort auch ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge nach Königstein, Bad Schandau, in die hintere Sächsische Schweiz oder nach Dresden. Urlauber lieben vor allem auch die Ruhe dieses kleinen, idyllisch in waldreicher Umgebung gelegenen Ortes. Gute Argumente, um in den Hotels in Gohrisch, zum Beispiel im Waldparkhotel Gohrisch oder im Land-gut-Hotel Margaretenhof Gohrisch seinen Urlaub zu verbringen.

Wanderung Papststein - Gohrischstein

Für eine kurze Wanderung ist der Aufstieg auf den Gohrischstein wie geschaffen. Wem das allerdings noch zu wenig ist, der sollte nach dem Gohrisch auch gleich noch den Papststein besteigen. Das bietet sich geradezu an. Ein paar Inpressionen findet Ihr im folgenden Video:


Anfahrt zum Gohrisch

Anreise mit dem Pkw zum Gohrischstein

Autobahn A 17 bis Ausfahrt Pirna - ab Pirna weiter auf der B 172 bis Königstein - in Königstein abbiegen nach Kurort Gohrisch - Gohrisch durchfahren in Richtung Papstdorf und weiter bis zum Abzweig Cunnersdorf, hier ist der Parkplatz am Gohrisch.

 

Anreise mit dem Bus zum Gohrischstein

Der Papststein ist auch mit dem Bus von Köniststein bzw. Bad Schandau aus zu erreichen (Haltestelle Papststein).

  • Buslinie 244a - Königstein - Kurort Gohrisch - Papstdorf - Cunnersdorf - Kleingießhübel
  • Buslinie 244b - Bad Schandau - Kurort Gohrisch - Papstdorf - Cunnersdorf - Kleingießhübel


Anreise mit der Bahn zum Gohrischstein

Von Dresden aus mit der S-Bahn S1 bis Königstein und hier in den Bus Linie 244 umsteigen bis Haltestelle Papststein.

   
   

   
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