Ostersäule Lauterbach

Warum feierte man Lauterbach zweimal in einem Jahr Ostern?

Lauterbach mit seinen ca. 620 Einwohnern ist ein Ortsteil von Stolpen. Zu den zahlreichen Merkwürdigkeiten unserer Region gehört unter anderem die am Westrand des Dorfes aufgestellte Ostersäule von Lauterbach. Die etwa 2,50 m hohe Säule aus Sandstein steht in direkter Beziehung zum Osterfest. Sie erinnert an eine Kuriosität unserer Geschichte und nur wenige Menschen wissen, dass man hier in Lauterbach das Osterfest zweimal in einem Jahr feierte. Wie geht denn das?

Die nebenstehende Informationstafel gibt zu dieser Säule folgende Erklärung: "Im "Magazin der sächsischen Geschichte" wird belegt, dass die Ostersäule ursprünglich eine Bet- oder Martersäule aus katholischer Zeit gewesen sein soll. 1584 ließ der damalige Amtsschösser von Stolpen, Thomas Treutzer diese 2,5m hohe Steinsäule erneuern. Dabei ließ er auch die Inschrift:

1584
JAR
DAS IST WAR
ZVENE OSTERN
IN EINEИ JAR

anbringen. Eine Erklärung für diesen Hinweis, dass die Lauterbacher zweimal Ostern feierten, liegt in der Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582 durch Papst Gregor XIII. Die Lausitz, Böhmen und Schlesien bekannten sich erst 1584 dazu. Die angrenzenden kursächsischen Gemeinden hielten weiterhin am Julianischen Kalender fest, so dass das Osterfest innerhalb von 10 Tagen zweimal gefeiert wurde. In manchen Orten kam es zu jender Zeit wiederholt vor, dass in einzelnen Gemeinden zweimal gefeiert wurde, da ein Teil der Bevolkerung sich nach dem alten und der andere Teil sich nach dem neuen Kalender richtete."

Ostersäule Lauterbach

 Die aus Sandstein bestehende Säule ist aus im oberen Teil durch einen würfelförmigen Aufsatz mit viergeiltem Dach abgeschlossen. Vermutet wird, das es sich ursprünglich um eine katholische Beet- oder Martersäule handelte. 1884 wurde die Säule renoviert und dabei vermutlich der Säulenkopf vollständig erneuert. Im Jahr 1976 wurde die Säule von der gegenüberliegenden Straßenseite an ihren heutigen Platz umgesetzt, da die Straßenführung verlegt wurde.

GPS-Koordinaten: N51° 4.328 E14° 6.256  (N51° 4' 19.711" E14° 6' 15.372")


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schillerdenkmal bad Schandau

Aussichtspunkt und Schillerdenkmal in Bad Schandau

Zu den relativ unbekannten und daher wenig frequentierten Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten in der Sächsischen Schweiz gehört unter anderem das Schiller-Denkmal, die Grotte unterhalb des Denkmals und der in unmittelbarer Nähe liegende Aussichtspunkt in Bad Schandau. Das Areal des Schillerdenkmals ist verkehrsmäßig sehr günstig gelegen, ideal für einen kurzen Besuch. Und auch für Wanderfreunde, die auf dem Panorama-Weg wandern, ist ein Besuch des Denkmals, der Grotte und des Aussichtspunktes ganz sicher lohnenswert und reizvoll. Geocacher finden hier ausserdem den Geocache "Schillerblick".

Das Schillerdenkmal in Bad Schandau

Der Weg zum Denkmal ist kurz und gut zu finden. Vom Parkplatz aus läuft man ein kurzes Stück auf dem asphaltierten und für den Verkehr gesperrten Neuweg (Ausnahme für die Kleingartenanlage Kiefricht) bis zum Hinweisschild auf das Schillerdenkmal und biegt dort auf die Schillerpromenade ab, die zum Denkmal führt. Ein kleiner Pfad vom Parkplatz aus kommt ausserdem direkt am Denkmal heraus.

Das Schillerdenkmal ist eine relativ kleine, auf einem Sockel ruhende viereckige Sandsteinsäule. Ist schon verwunderlich, an diesem Ort auf ein Schillerdenkmal zu stoßen. Die Inschrift "Zum 10. November 1859" am Denkmal weist offensichtlich darauf hin, dass das Schillerdenkmal hier anläßlich des 100. Geburtstages des großen deutschen Dichters, Philosophen und Historikers (geboren am 10. November 1759 in Marbach am Neckar) errichtet worden ist. An der Südseite der Sandsteinsäule ist ein Portrait des Dichters angebracht, eine Inschrift am Sockel des Denkmals weist auf eine Restaurierung Anfang des 20. Jahrhunderts (die genaue Jahreszahl ist leider unlerserlich) hin. Eingefasst in einem Ring aus Steinen, der mit Blumen bepflanzt ist, macht das Denkmal einen gepflegten Eindruck.

GPS-Koordinaten:  N50° 55.6128 E14° 9.7758  (N50° 55' 36.768" E14° 9' 46.548")

Kartenansicht Schillerdenkmal


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Aussichtspunkt am Schillerdenkmal

Der Aussichtspunkt unweit des Schillerdenkmals bietet nicht nur Ruhe und Entspannung, die man auf der Bank am Aussichtspunkt finden kann, er eröffnet auch einen schönen Blick auf die Schrammsteine, den Falkenstein und hinein ins Kirnitzschtal im Elbsandsteingebirge. Die Aussicht ist ein idealer Ort für müde Wanderer, die ein ruhiges Plätzchen zum Verschnaufen suchen und dabei eine schöne Aussicht genießen möchten.

Grotte am Schillerdenkmal

Hat man die Aussicht auf die Schrammsteine genossen, so bietet das Areal am Schillerdenkmal  auch noch eine recht gut erhaltene und sehenswerte Grotte unterhalb des Schillerdenkmals. Zu dieser Grotte führen ein paar Stufen hinter dem Denkmal hinunter. Alternativ kann man von der Bank am Aussichtspunkt aus, anstatt hinauf zum Denkmal zu gehen, links den kleinen Weg direkt zur Grotte wählen. Die Grotte selbst ist ein schöner, geschützt liegender und verschwiegener Platz. Zur Zeit der Errichtung der Grotte dürfte man von hier aus eine gute Aussicht gehabt haben. Denn die Bäume, auf die man jetzt leider nur noch sehen kann, standen damals vermutlich noch nicht.

Geocache Schillerblick

Geocacher finden in unmittelbarer Nähe des Schillerdenkmals und des Aussichtspunktes einen schönen Geocache, dem ich im Wander-und Geocacher Blog den Beitrag "Geocache Schillerblick" gewidmet habe.

Anfahrt und Parken am Schillerdenkmal

Wer den Aussichtspunkt und das Schillerdenkmal mit dem Pkw besuchen möchte, der parkt seinen Wagen auf dem Parkplatz Kiefricht.

Anreise mit dem Bus

Wer mit dem Bus anreisen möchte, der nutzt am besten die Buslinie 260 (Haltestelle Kiefricht) von Bad Schandau nach Sebnitz.

Anreise mit der Bahn

Von Dresden aus mit der S-Bahn S1 bis zum Nationalparkbahnhof Bad Schandau, von hier aus entweder mit dem Bus (Linie 260 - siehe Anreise mit dem Bus) zur Haltestelle Kiefricht fahren oder mit der Fähre übersetzen und bis zum Schillerdenkmal wandern.

Wanderungen zum Schillerdenkmal

Das Schillerdenkmal ist natürlich auch zu Fuß gut zu erreichen, zum Beispiel auf einer Wanderung auf dem Panoramaweg von Bad Schandau nach Saupsdorf, an dem das Schillerdenkmal-Areal gelegen ist.

Richard-Wagner-Denkmal in der Sächsischen Schweiz

Wer den unter Wander-und Naturfreunden bekannten Malerweg in der Sächsischen Schweiz bewandern möchte, der Malerweg wurde übrigens schon als schönster Wanderweg Deutschlands geadelt, der findet dabei nicht nur unvergessliche Naturerlebnisse, die Region prägende und beherrschende Tafelberge, atemberaubende Aussichten oder Ruhe und Entspannung. Schon auf den ersten Kilometern des Malerweges, der vom Pirnaer Ortsteil Liebethal aus, dem Anfang des Malerweges, auf dem Lochmühlenweg entlang der Wesenitz durch den sich tief in den Sandstein eingeschnittenen Liebethaler Grund führt, erblickt der Wanderer linkerhand kurz vor der, leider verfallenden, Lochmühle ein bronzenes Denkmal. Das weltweit größte Wagnerdenkmal, erhöht am Fuße der Sandsteinfelsen errichtet, ist mit einer Gesamthöhe von 12,5 Metern (einschließlich Sockel) nicht zu übersehen. Ein kurzer Weg führt über Treppen links und rechts der halbrunden Terrasse hinauf zum steinernen Sockel mit dem Denkmal. Die Bronzefigur, über 4 Meter hoch, zeigen Wagner überlebensgroß als Gralsritter mit Harfe in der linken und der Schale des heiligen Grals in der rechten Hand, umgeben von fünf weiblichen und männlichen Figuren zu seinen Füßen, die wichtigsten Elemente seiner Musik darstellend: das sphärische, lyrische, dionysische, dämonische und das tragische. Das Denkmal, von dem Dresdner Maler und Bildhauer Richard Guhr (1873 –1956) vor dem ersten Weltkrieg entworfen und 1928 in Bronze gefertigt, wurde am 21. Mai 1933, dem Vorabend von Richard Wagners 120. Geburtstag, eingeweiht.

Der Taufstein von 1637 in Sebnitz

In den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges, vor allem aber im Jahre 1637, wurden auch die heutigen Gebiete von Neustadt und Sebnitz von Söldnerhorden schwer heimgesucht. Am 04. November 1633, dem „großen Angsttag der Sebnitzer", wurde, nachdem Sebnitz lange Jahre des Krieges von direkten Angriffen verschont geblieben war, bei einem Überfall von mehr als 2000 Söldnern unter dem kaiserlichen Oberst Terzky auf die Stadt auch die Sebnitzer Kirche ausgeraubt. Eine Beschreibung des Überfalls auf Sebnitz findet Ihr unter anderem auch in dem Buch "Was die Heimat erzählt" (*1). Mordend, vergewaltigend, brennend und raubend zogen Söldner auch 1637, vor allem die Truppen des kaiserlichen Feldmarschalleutnants Graf Melchior von Hatzfeld, durch unsere Gegend. Am 08. April 1637 wurde auch Sebnitz selbst wieder überfallen. Die Söldner plünderten die ganze Stadt und vernichteten alles, was sie nicht mitnehmen konnten. Die Kirche wurde erneut erbrochen, das Ornat und die Kelche wurden als Kriegsbeute mitgenommen. "Und auf diese Weise haußten sie in hiesiger Gegend vom grünen Donnerstage an bis 4 Wochen nach Ostern unaufhörlich herum. Viele Meilen weit war weder Zug-noch Zuchtvieh anzutreffen. Man konnte keinen Gottesdienst halten, sondern mußte, um 1637 nur das Leben zu retten, in Wald und Felsen seine Sicherheit suchen, und sich da lange Zeit von Kräutern und Wurzeln nähren. Von diesen betrübten Tagen schreibt sich der sogenannte Taufstein her ... Ein großer Stein, in welchem eine Hölung zum Einsaz des Taufbeckens gehauen ist und auf dem man damals die Kinder im Walde taufte. Wie traurig! ..." (*2).

   
   

   
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